
Was bringt Social Media für Gründer wirklich?
Social Media für Gründer lohnt sich vor allem, um Vertrauen und Empfehlungen aufzubauen, selten für schnelle Aufträge. Für Dienstleister und Handwerker reicht meist ein soziales Netzwerk, das Ihre Kunden wirklich nutzen: LinkedIn für Firmenkunden, Facebook oder Instagram für Privatkunden in der Region. Wichtiger als viele Follower sind regelmäßige, echte Einblicke in Ihre Arbeit, die auf Ihre Website führen.

Welcher Kanal passt zu Ihren Kunden?
Wählen Sie einen Kanal, nicht fünf:
• Firmenkunden und Fachpublikum: LinkedIn.
• Privatkunden in der Region: lokale Facebook-Gruppen oder Instagram mit Bildern Ihrer Arbeit.
• Viel Erklärbedarf: kurze Videos auf YouTube, eingebunden auf Ihrer Website.
• TikTok nur, wenn Ihre Kunden wirklich dort sind, nicht weil es gerade alle machen.
Ein gepflegter Kanal bringt mehr als drei verwaiste.

Was posten Sie, wenn Sie kein Werbeprofi sind?
Sie brauchen keine Agentur-Optik, sondern Inhalte mit Nutzen:
• Vorher-nachher-Fotos oder ein Blick in Ihre Werkstatt.
• Antworten auf Fragen, die Kunden Ihnen immer wieder stellen.
• Ihre Erfahrung aus vielen Berufsjahren, an einem Fall erklärt.
• Ein fester Rhythmus, etwa ein Beitrag pro Woche.
Viele Follower ohne Reaktionen bedeuten meist: Die Inhalte treffen Ihre Zielgruppe nicht.

Selbst machen oder Agentur beauftragen?
Entscheiden Sie nach Zeit und Strategie:
• Selbst machen, wenn Sie Ihre Kunden kennen und feste Zeit pro Woche einplanen können.
• Agentur für einzelne Aufgaben, etwa Fotos, Videoschnitt oder Anzeigen.
• Die Strategie behalten Sie selbst: Wen wollen Sie mit welchem Angebot erreichen?
• Vorsicht bei Angeboten, die Follower-Zahlen versprechen statt Anfragen.
Bots und gekaufte Follower bringen keine Kunden.

Beispiel: Social Media für einen Tischler Mitte 50
Eine typische Situation: Ein Tischler, Mitte 50, macht sich nach Jahren als angestellter Werkstattleiter mit Einbaumöbeln nach Maß selbstständig. Statt auf allen Kanälen präsent zu sein, zeigt er einmal pro Woche auf Instagram ein fertiges Projekt mit kurzer Erklärung. Die Beiträge verlinkt er in seinem Google-Unternehmensprofil und auf seiner Website. Neue Kunden kommen weiter vor allem über Empfehlungen, aber sie kennen seine Arbeit schon, wenn sie anrufen.

Wie viel Zeit sollten Sie für Social Media einplanen?
Planen Sie für den Anfang ein bis zwei Stunden pro Woche ein: Beitrag vorbereiten, veröffentlichen, Kommentare beantworten. Wichtiger als die Menge ist die Regelmäßigkeit. Legen Sie einen festen Termin in Ihren Kalender und sammeln Sie Fotos und Kundenfragen im Alltag, dann geht das Schreiben schneller.
Brauchen Sie ein Impressum auf Ihren Profilen?
Ja, wenn Sie ein Profil geschäftlich nutzen, brauchen Sie in Deutschland in der Regel eine Anbieterkennzeichnung. Am einfachsten verlinken Sie gut sichtbar auf das Impressum Ihrer Website. Achten Sie auch auf Bildrechte: Fotos von Kunden oder deren Häusern zeigen Sie nur mit Zustimmung.
Ersetzt Social Media eine eigene Website?
Nein. Ihre Profile gehören der Plattform, die Regeln und Reichweite jederzeit ändern kann. Die Website ist Ihr fester Anlaufpunkt: Dort stehen Angebot, Kontakt und Impressum, und dort finden Kunden Sie über Google. Social Media schafft Vertrauen und führt Menschen dorthin, die Website schließt die Anfrage ab.
